Grundinformationen
Die Verwaltung der Endlager radioaktiver Abfälle wurde zum 1. Juni 1997 vom Ministerium für Wirtschaft und Handel der Tschechischen Republik gemäss Atomgesetz (§ 26 des Gesetzes Nr. 18/1997 GBl. über die friedliche Verwendung der Kernenergie und ionisierender Strahlung) als staatliche Organisation errichtet.
Seit 2000 ist SÚRAO im Sinne des § 51 des Gesetzes Nr. 219/2000 GBl. organisatorischer Bestandteil des Staates.
Hauptaufgaben und -arbeitfelder:
• Endlagervorbereitungen, -aufbau, -inbetriebnahme, -betrieb und -ausbetriebnahme sicherzustellen und deren Auswirkung auf die Umgebung zu überwachen;
• Umgang mit radioaktiven Abfällen und ihre Handhabung sicherzustellen;
• Konditionierung von abgebrannten oder bestrahlten Kernbrennstoffen sicherzustellen, bei der diese in eine zum Endlagern oder zu einer weiteren Verwendung geeignete Form gebracht werden;
• die übernommenen radioaktiven Abfälle und deren Verursacher zu erfassen;
• von den Verursachern radioaktiver Abfälle auf das Atomkonto bezahlte Beiträge zu verwalten;
• Vorschläge zur Beitragsberechnung für die Beitragszahler des Atomkontos zu erarbeiten;
• Forschung und weitere Entwicklung im Bereich des Umgangs mit radioaktiven Abfällen sicherzustellen und zu koordinieren;
• Auserbetriebnahmereserven der Genehmigungsträger für ihre Anlagen zu kontrollieren;
• Dienstleistungen im Bereich des Umgangs mit radioaktiven Abfällen anzubieten;
• mit radioaktiven Abfällen umzugehen, die in das Gebiet der Tschechischen Republik aus dem Ausland transportiert wurden und bei denen die Rückführung ausgeschlossen ist;
• provisorische Verwaltung der radioaktiven Abfälle sicherzustellen, die in den Besitz des Staates gerieten;
Weitere Bedingungen und Pflichten ergeben sich aus anderen Anordnungen des Atomgesetzes und anderen Rechtsvorschriften, z.B. Arbeitsgesetzbuch, Budgetregeln, Baugesetz, Gesetz über die Vergabe öffentlicher Aufträge, Berggesetz u.a. und aus dem SÚRAO-Statut.
Zu den wichtigsten zählt die Sicherstellung des Betriebs der Endlager schwach- und mittelradioaktiver Abfälle und die Vorbereitung des Tiefenendlagers. Seit 2000 verwalten wir alle Endlager radioaktiver Abfälle der Tschechischen Republik: das Endlager institutioneller Abfälle Richard bei Leitmeritz (Litoměřice), das Endlager radioaktiver Abfälle aus dem Betrieb der Kernkraftwerke in Dukovany und das für die Endlagerung von Abfällen mit natürlichen Radionukliden vorgesehene Endlager Bratrství. Wir koordinieren die gesamten Arbeiten, die auf die Vorbereitung und den Aufbau des Tiefenendlagers hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Kernbrennstoffe abzielen, das um 2065 in Betrieb genommen werden soll.
Internationale Zusammenarbeit
Alle Länder, die Quellen ionisierender Strahlung ausnutzen, auch diejenigen inbegriffen, die kein Atomenergie-Programm haben, müssen den Umgang mit radioaktiven Abfällen verantwortlich lösen. In Anbetracht der hohen Anforderungen und Komplexität der Problematik schlossen wir uns einer weitgehenden Kooperation mit ausländischen Partnern und von internationalen Institutionen koordinierten Tätigkeiten an.
Der wichtigste Bereich dieser Kooperation ist die Entwicklung und Erprobung von Methoden zur Sicherheitsbewertung von Endlagern radioaktiver Abfälle und die Demonstration der Machbarkeit von Tiefenendlagern. Auf diese Weise erhalten wir erprobte, technisch zuverlässige und weit anerkannte Methoden und Instrumente zur Langzeitvorhersage des Verhaltens des Endlagerungssystems.
Die Hauptinformationsquellen, -initiatoren von legislativen und regulierenden Aktivitäten und -koordinatoren der meisten Veranstaltungen im Bereich Umgang mit radioaktiven Abfällen sind vor allem die IAEA (Internationale Atomenergie-Agentur) und die OECD/NEA (Atomenergie Agentur bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Die SÚRAO beteiligt sich sowohl an der Materialienvorbereitung als auch an koordinierten Forschungsprojekten, entsendet Experten in technische Ausschüsse, IAEA-Missionen und ggf. in Konsultanten- oder Beratungsgruppensitzungen. Sie schliesst sich dazu noch verschiedensten von der Europäischen Kommission finanzierten Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu, in denen sie vor allem die Schirmherrschaft über die Teilnahme von tschechischen Unternehmen und Forschungsinstitutionen übernimmt und ungefähr die Hälfte der Kosten für solche Projekte deckt.
Seit 1998 beteiligt sich die SÚRAO an der Tätigkeit des sogennanten Agenturenklubes (Club of Agencies), der unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission eine freiwillige Plattform für informellen Informationsaustausch über einzelne Probleme im Bereich Umgang mit radioaktiven Abfällen aufbaut. Von großer Bedeutung ist ebenfalls die Zusammenarbeit der SÚRAO mit Partnerorganisationen in der ganzen Welt. Es handelt sich dabei nicht nur um einen Erfahrungs- und Kenntnissenaustausch, sondern auch um die Möglichkeit an Experimenten in den Einrichtungen jener Organisationen teilzunehmen.
