Tiefenendlagerkonzept in der Tschechischen Republik
Die tschechische konzeptionelle Tiefenendlagerlösung unterscheidet sich nicht wesentlich von den ähnlichen Lösungen im Ausland. Die Vorstellung der Lösung zu dem unterirdischen Teil wird in der Abb. 1, zu dem Oberflächengelände in der Abb. 2 dargestellt. So sollte das Gelände in der Betriebszeit aussehen, während der radioaktive Abfälle und abgebrannte Kernbrennstoffe gleichzeitig angenommen, in Endlagercontainer umgeladen, in die unterirdischen Räume transportiert und endgelagert werden. Es werden hier zugleich weitere unterirdische Endlagerungsräume errichtet. Außer der dargestellten Objekte enthält das Gelände auch die technische Infrastruktur und die Unterbringung von Angestellten sicherstellende Objekte, das Administrationsgebäude, Informationsdienste, Vekehrs- und Beförderungswege usw. Die meisten Objekte befinden sich in dem inaktiven Teil des Geländes, der aktive Betrieb wird in dem dafür vorgesehenen Teil konzentiert, der durch eine selbstständige Sicherheitsüberwachung abgesichert wird.
Abb. 1 Tiefenendlagerkonzept in der Tschechischen Republik
Die Gesamtfläche des Oberflächengeländes beträgt 29,5 Hektar, davon nimmt der Teil, in dem mit abgebrannten Brennstoffen und hochradioaktiven Abfällen gearbeitet wird, drei Hektar ein. Die übrige Reserve- und Manipulationsfläche wird als Baustelle genutzt, ein Teil wird von der Schleppbahn eingenommen. Wegen einer einfacheren Abgrenzbarkeit und der Möglichkeit seiner Absperrung nach der Einfahrt des Transportzuges mit abgebrannten Brennstoffen ist dieses Gelände Teil des Oberflächengeländes, obwohl da keine technologischen Operationen von Bedeutung stattfinden werden.
Abb. 2 Oberflächengelände des Tiefenendlagers
Der unterirdische Teil des Endlagers setzt sich aus Zugangs- und Lüftungsschächten, Tunnels und Endlagerungsräumen zusammen. Der grösste Teil der unterirdischen Räume besteht aus einem weitverzweigten Gängenetz, in dem Hüllen (Container) mit abgebrannten Kernbrennstoffen endlagert werden werden. Es wird sowohl die vertikale Lagerung unter dem Lagerungsgang als auch die seitliche horizontale Lagerung in der Gangwand vorgesehen. Alle Zugangswege sollten sukzessiv so abgedichtet werden, dass die unterirdischen Räume mit endgelagerten Abfällen von der Biosphäre isoliert werden.
Für das Endlager werden mehrere sich gegenseitig unterstützende und ergänzende Barrieren vorgeschlagen. Die Endlagersicherheit soll auch dann angemessen bleiben, wenn eine der Barrieren ihr Isolationsvermögen verlieren würde. Die Container mit abgebrannten Brennstoffen oder hochradioaktiven Abfällen werden von vor Gebirgsbewegungen schützenden Materialien (Bentonit) umgeschlossen und in einer Tiefe von ungefähr 500 Meter in Bohräumen im Wirtsgestein eingebracht.
