Auswahlstrategie
Der Grundrahmen für die zukünftige Auswahl des Tiefenendlagerstandortes ist die von der Regierung verabschiedete „Konzeption des Umgangs mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Kernbrennstoffen“ aus dem Jahre 2002, die ansetzt, zwei Standorte (einen Haupt- und einen Reservestandort) mit den bestmöglichen geologischen Bedingungen im Respekt der Erhaltung der vermuteten Interessenschwerpunktentwicklung zu finden. Das zweite wichtige von der Regierung im Jahre 2008 verabschiedete Dokument – „Politik der Landesentwicklung der Tschechischen Republik“ – setzt an, die Auswahl von zwei geeignetsten Standorten für die Realisierung des Tiefenendlagers bis 2015, und dies unter Mitwirkung von Gemeinden, durchzuführen.
Grundprinzipien der Rolle der Gemeinden bei der Standortauswahl
- Die Untersuchungen und der eventuelle Ausbau des Tiefenendlagers müssen für die Gemeinden von Vorteil sein
- Die Gemeinden wirken bei der Auswahl des geeigneten Standortes freiwillig mit
- Die Gemeinden sollen über ausreichende Instrumente und Befugnisse verfügen, um ihre Interessen effizient verteidigen zu können
- Der Prozess muss transparent und demokratisch sein.
Was geschieht an den sechs ursprünglichen Standorten
An den sechs ursprünglich vorausgewählten Standorten im Südböhmischen, Pilsner, Aussiger Kreis und im Kreis Vysočina wurde die erste Etappe der geologischen Untersuchungen bereits vollendet. Wegen des negativen Standpunkts der betroffenen Gemeinden beschloss die Regierung 2004 die Unterbrechung weiterer Arbeiten bis 2009 mit der Absicht, die Pause zu einer besseren Kommunikation mit den Gemeinden und an den genannten Standorten lebenden Bürgern zu nutzen. Die SÚRAO errichtete in vielen Gemeinden Informationszentren, die Bürgermeister werden regelmäßig über die Entwicklung betrefflich des Tiefenendlagers informiert und zu Arbeitstreffen eingeladen. Mit der Erneuerung der geologischen Untersuchungsarbeiten wird für das Jahr 2011 gerechnet.
| Die ursprünglich vorausgewählten Standorte | |
| Březový potok (Pačejov) | Pilsner Kreis |
| Čertovka (Lubenec) | Pilsner und Aussiger Kreis |
| Horka (Budišov) | Kreis Vysočina |
| Hrádek (Rohozná) | Kreis Vysočina |
| Čihadlo (Lodhéřov) | Südböhmischer Kreis |
| Magdaléna (Božejovice) | Südböhmischer Kreis |
Gegenwärtig wird ebenfalls als Möglichkeit das Gesteinsmassiv in der Nähe von dem Standort Skalka, Reservestandort für das zentrale Zwischenlager abgebrannter Kernbrenstoffe des Energiekonzerns ČEZ, erforscht. Von dem Schicksal der erforschten Standorte wird erst das Ergebnis der geologischen Untersuchungen entscheiden.
Truppenübungsplätze im Visier der SÚRAO
Ende 2008 nahm die SÚRAO aufgrund des von der Regierung verabschiedeten Tätigkeitsplanes die Überprüfung von Truppenübungsplätzen auf. Die Ergebnisse der ersten Etappe dieser Arbeiten zeigen, dass die angeforderten Bedingungen nur im Falle der Truppenübungsplätze Poletitz (Boletice) erfüllt werden könnten. Die geologischen Untersuchungsarbeiten zur Überprüfung der Eignung von Truppenübungsplätzen schreiten im Jahre 2010 fort.
| Untersuchte Truppenübungsplätze | ||
| Poletitz (Boletice) | Südböhmischer Kreis | |
Zonen mit zum Tiefenendlagerausbau geeigneten Eigenschaften
Aufgrund der durgeführten geologischen Untersuchungen werden an den jeweiligen Standorten Erforschungszonen mit potentiell zum Tiefenendlagerausbau geeigneten Eigenschaften abgegrenzt und innerhalb deren werden Flächen des Oberflächengeländes (in manchen Fällen in Varianten) abgegrenzt, wo zur Anbindung aller notwendiger technischer Infrastruktur für das potentielle Tiefenendlager geeignete Bedingungen festgestellt wurden.
