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Abfallherkunft in der Tschechischen Republik

Die beiden tschechischen Kernkraftwerke Dukovany (4 Reaktoren VVER 440 MW) und Temelin (2 Reaktoren VVER 1000 MW) werden am Ende deren projektierter 40-jähriger Lebensdauer zusammen zirka 4 Tausend Tonnen abgebrannter Brennstoffe produziert haben. Wenn die beiden geplanten neuen Blöcke in dem Kraftwerk Temelin und einer in dem Kraftwerk Dukovany gebaut werden, erhöht sich die endzulagernde Abfallmenge auf 9 Tausend Tonnen abgebrannte Kernbrennstoffe und 5 Tausend m3 hochradioaktive Abfälle. Um eine Vorstellung zu haben – eine solche Menge abgebrannter Kernbrennstoffe füllt ungefähr 6 Tausend Endlagercontainer und 3 Tausend Betoncontainer.

Die abgebrannten Kernbrennstoffe werden gegenwärtig sicher in den sogen. Zwischenlagern (das Zwischenlager abgebrannter Kernbrennstoffe im Kernkraftwerk Dukovany ist in Betrieb seit 1995, die Inbetriebnahme des neuen Zwischenlagers auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Temelin ist für 2010 vorgesehen) gelagert.

In Anbetracht der Tatsache, dass die abgebrannten Brennstoffe Elemente enthalten, die noch bedeutende Energiemengen freisetzen können, können sie in der Zukunft zu wertvollen Rohstoffen werden. Die künftige Nutzung abgebrannter Kernbrennstoffe, wenn es zu ihr wirklich kommt, bedeutet aber keinerlei, dass die Notwendigkeit entfällt, ein Tiefenendlager zu errichten. Ganz wahrscheinlich kommt es aber zu einer Volumen- eventuell Risikosenkung zukünftiger Abfälle, sodass die Nutzung des geplanten Endlagers deutlich effizienter sein wird. Auf jeden Fall, auch in der Zukunft wird eine bestimmte Menge an abgebrannten Brennstoffen und anderen hochradioaktiven Abfällen entstehen und es wird nötig, sie endgültig zu sichern.

Fakten über die abgebrannten Kernbrennstoffe und hochradioaktiven Abfälle

Heutzutage werden in der Tschechischen Republik abgebrannte Kernbrennstoffe nach der Entnahme aus dem Reaktor in dem sogen. Nasslager gelagert (Abb. 1), später in das Trockenlager übertragen (Abb. 2). Die beiden Lager befinden sich auf dem Gelände des Kernkraftwerkes in Dukovany.

Abb. 1. Lagerbecken mit abgebrannten Brennstoffen in Dukovany

Abb. 2. Trockenlager abgebrannter Brennstoffe in Dukovany

In dem offenen Brennstoffkreislauf (ohne Wiederaufarbeitung) sind die abgebrannten Brennstoffe eigentlich ein langzeitendlagerungsbedürftiges Abfallmaterial. Neben ihnen können sich in geringen Mengen auch schwach- und mittelradioaktive Abfälle vorfinden, deren Transuran-Gehalt nicht die Kriterien für die oberflächennahe Endlagerung erfüllt.

Das Tiefenendlagerprojekt setzt voraus, dass die Endlagerkammern in einer Tiefe von zirka 500 m (je nach den Eigenschaften der Gesteinsohle) in einer stabilen geologischen Formation ausgebaut werden und die Abfälle in speziellen langlebigen Containern endgelagert werden.

Die unterirdischen Gänge können je nach der Menge an endzulagernden Abfällen eine Fläche von einigen km2 abhängig von der Endlagerlösungskonzeption (z. B. ein- oder mehrlagige Containerblocklagerung, horizontale oder vertikale Containerlagerung) betragen. Unterirdische Räume und in denen ablaufende Endlagerungstätigkeit können allerdings das Geschehen an der Oberfläche weder irgendwie beeinflussen noch einschränken.

Die Endlagerungsräume werden mit dem Oberflächengelände durch senkrechte Schächte oder einen wendelförmigen Tunnel verbunden werden. Das Oberflächengelände wird alle notwendige technische Infrastruktur sicherstellen und seine Fläche kann nur einige Hektar betragen. Es wird die die Elektrizitätsversorgung und die Endlagerlüftung sicherstellenden Betriebe und Anlagen, Werkstätten für die Wartung und Service von Berganlagen, Verwaltungsgebäude, soziale Infrastruktur, Lager und ebenfalls ein Informationszentrum einschliessen. Die Gestaltungsweise des gesamten Endlagers muss sowohl die Standpunkte der Umwelt- und Landschaftsschutz des jeweiligen Standortes als auch berechtigte Forderungen der Gemeinden berücksichtigen.

Für die Sicherstellung der Langzeit-Sicherheit des Tiefenendlagers spielt der Endlagercontainer die Schlüsselrolle. Er muss eine ganze Reihe von Anforderungen, u. a. an Langzeit-Dichte, Widerstandsfähigkeit gegenüber chemischen Bedingungen im Endlager oder Widerstandsfähigkeit gegenüber dem umgebenden Druck, erfüllen.

Die Gesamtkosten für die Endlagervorbereitung, einschließlich dessen Ausbau, wurden in einem Referenzprojekt nach den Preisverhältnissen des Jahres 1999 in Höhe von 47 Mrd. Kronen verrechnet. Größtenteils sind diese Kosten vor allem auf die Untersuchungen der geeigneten Standorte und deren jeweiligen Gesteinsprofil zurückzuführen.

Die Gelder für den Tiefenendlagerausbau werden fortlaufend auf einem von dem Ministerium der Finanzen der Tschechischen Republik verwalteten Sonderkonto angelegt, auf das jährlich Millionen von Kronen von dem Kernkraftwerksbetreiber - der ČEZ-Gruppe, und von anderen Verursachern radioaktiver Abfälle.

Im Jahre 2009 lagen auf dem Atomkonto ca 13 Milliarden Kronen und jährlich geht auf es eine Summe von rund 1,4 Mrd. Kronen ein.