Endlager Richard – Leitmeritz (Litoměřice)
Das Endlager Richard befindet sich in der Nähe von Leitmeritz (Litoměřice), in dem ehemaligen Kalkbergwerk Richard II. Seit 1964 werden hier sogen. institutionelle radioaktive Abfälle endgelagert. Während der Umwandlung des Bergwerkes in ein Endlager war es notwendig, manche Teile mit Beton zu verstärken und ein Entwässerungssystem zu bauen, um jegliches in das Bergwerk eventuell eingedrungenes Wasser abzuleiten. Ein System für Überwachung des Oberflächengeländes und der unterirdischen Räume stellt ein wichtiger Bestandtteil des Endlagers dar. Das gesamte Volumen des Komplexes beträgt mehr als 16 000 m3, davon macht die Lagerkapazität ungefähr die Hälfte aus. Endgelagerte radioaktive Abfälle sind hier in 100-Liter-Fässern eingefüllt, die sich in betonverfüllten 200-Liter-Containern befinden. Auf diese Weise entstand eine Betonbarriere von 5 cm. Die Containerwände sind von den beiden Seiten mit einer Zinkschicht versieht, die Außenseite darüberhinaus noch mit dünnem Bitumenanstrich abgedichtet. Die Container werden in schon während der Bergwerkphase abgeteuften Räumen aufbewahrt. Wenn ein Endlagerraum voll ist, wird er durch ein Stahlgitter abgeschossen, das eine genügende Lüftung ermöglicht. In dem Endlager herrscht eine praktisch konstante Temperatur von 10°C und eine relative Feuchte von 95%.
Die Sicherheitsfunktion des Endlagerungssystems wird in dem Endlager radioaktiver Abfälle Richard durch die Finalform verfestigter radioaktiver Abfälle, Isolations- und Rückhaltungsvermögen des Verfülles und der Endlagerkonstruktionselemente und auch hydrogeologische Eigenschaften des lokalen ausreichende Retardation und Rückhaltung im Nahfeld oder beziehungsweise Verdünnung sicherstellenden Gesteinsmilieus erfüllt. Ein Bestandteil der Konstruktion eines stabilen Zustands von Endlagerkammern ist in dem Endlager radioaktiver Abfälle Richard auch das neue System des Endlagerkammerverfülles, das auch im Falle einer Wassereindringung in Räume mit endgelagerten Abfällen deren Ausbreitung einschränkt. Dieses System wurde mit der EU-Unterstützung im Rahmen des Projektes PHARE EUROPAID /113986/D/SV/CZ (SOLUTION FOR CLOSURE OF A CHAMBER
IN THE RICHARD REPOSITORY) konstruiert.
Aufgrund von Untersuchungen, Begutachtungen und in der Übereinstimmung mit dem aktuellen Zustand der Container lässt sich darauf schliessen, dass es an diesem Standort zu keinem Strahlungsnotfall kommen könnte. Der Umgang mit radioaktiven Abfällen im Endlager, dessen Überwachung, die Endlagerungstechnologien und andere Tätigkeiten werden von SÚRAO aufgrund Lizenzen des Staatsamtes für Atomsicherheit unter Aufsicht von staatlichen Autoritäten sichergestellt.
